Wenn der Messenger zur Falle wird

In regelmäßigen Abständen warnt die Kriminalpolizei vor Betrügern, die Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram oder Facebook Messenger zur Kontaktaufnahme mit ihren Opfern nutzen. Eine Suche nach „Whatsapp Trickbetrug“ liefert eine ansehnliche Liste von Treffern.

„Auf so etwas falle ich doch nicht herein“, mag jetzt der eine oder andere denken. Und tatsächlich suchen sich die Betrüger vorrangig unerfahrene und – besonders perfide – ältere Menschen heraus. Doch so mancher wird auch erlebt haben, dass durchaus weltgewandte Freund:innen Opfer einer solchen Masche geworden sind. Weil die Betrüger sehr geschickt vorgehen.

Hier sind vier menschliche Eigenschaften, die Cyberkriminelle gerne ausnutzen.

1. Freude am unverhofften Gewinn

Sie sind ausgelost worden, haben gewonnen? Sollen überraschend Geld erben? Werden fürstlich dafür entlohnt, dass Sie ein deutsches Bankkonto zur Verfügung stellen, für eine ehrenwerte Sache, versteht sich? Erhalten dank Insiderbeziehungen einen konkurrenzlos günstigen Kredit?

Wann auch immer sich online ein unverhoffter Geldregen ankündigt, ist höchste Vorsicht geboten. Besser gesagt gilt hier grundsätzlich die Devise: Finger weg, ab in den Papierkorb damit. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie tatsächlich gewonnen haben, erben sollen oder unbeschadet ein Bankkonto zur Verfügung stellen, ist – null. Und die Wahrscheinlichkeit, dass der Spaß am Ende teuer wird, dafür umso höher.

Man sollte sich nicht wundern, wenn das verlockende Angebot von einer bekannten Person kommt. Es wird sich herausstellen, dass dessen E-Mail- oder Messenger-Account gehackt worden ist, womöglich vor längerer Zeit und ohne dass der Betroffene das bisher bemerkt hat.

In der Zwischenzeit haben die Betrüger sämtliche gefundenen Adressen ihrer Sammlung hinzugefügt, so dass sie bei der nächsten Salve mit dabei sind. Wenn sich das verlockende Angebot an 500.000 Adressen richtet mit einer Erfolgsquote von 0,1 %, dann sind das 500 Treffer. Bei einer angenommenen Schadenshöhe von nur 2000 Euro ist da schnell mal eine Million verdient.

2. Hilfsbereitschaft

Ein Verwandter oder Bekannter braucht Hilfe? Ist bestohlen worden, irgendwo gestrandet ohne Geld oder Kreditkarte? Hat gerade die Bank gewechselt und kann deshalb im Moment eine dringende Rechnung nicht bezahlten? Hat ein neues Handy, auf dem die Online-Banking-Funktion noch nicht freigeschaltet ist?

Der sogenannte „Enkeltrick“ schlägt in Deutschland trotz aller Warnungen täglich zu. Und zwar nicht nur bei älteren Menschen, sondern zunehmend auch bei den Jüngeren, die sich mit „Mama“ oder „Papa“ angesprochen fühlen.

Erfolg hat diese Masche unter anderem deshalb, weil die Betrüger Profis sind und sich ziemlich viel Mühe geben. Indem sie in den sozialen Medien Informationen abgreifen, mit denen sie Vertrauen schaffen können. Womöglich haben sie auch einen E-Mail-Account gehackt und wissen so Details, die ein Fremder nicht wissen könnte.

Manchmal kommt der Hilferuf unvermittelt. Manchmal wird er auch durch ein scheinbar harmloses „Ich habe eine neue Telefon-Nummer, bitte speichere die in deinen Kontakten.“ angebahnt. Dringend ist der Hilferuf immer und in der Regel auf erschreckende Weise glaubhaft. Die Gegenmaßnahme ist hier recht einfach: Direkter Kontakt zum vermeintlichen Bekannten oder Verwandten. Um die Stimme zu hören. Wenn das nicht möglich ist, weil dessen Handy gestohlen wurde oder das Telefon gerade kaputt ist, muss das eine unmissverständliche Warnung sein.

Wer jetzt trotzdem Angst hat, einen lieben Menschen im Stich zu lassen, kann nach einem Detail fragen, das nur der Betreffenden kennen kann: Welchen Film haben wir neulich zusammen gesehen? Was gab es beim letzten Besuch zu essen? Was hast du neulich für mich kurz erledigt? Beim geringsten Zweifel sollte der Kontakt sofort abgebrochen oder die Polizei zurate gezogen werden. Die Kolleg:innen dort kennen sich in aller Regel mit solchen Sachen sehr gut aus.

3. Angst vor Verlust

Sie sollen ihre Daten überprüfen, weil Sie sonst nicht mehr auf diesen Service, jenes Portal oder gar Ihr Bankkonto zugreifen können? Diese Masche ist unter dem Stichwort Phishing bekannt und weit verbreitet. Simpler, aber immer wieder erfolgreich ist die Benachrichtigung über eine Paketzustellung oder ein Problem mit einer Lieferung.

Der wesentliche Trick besteht in der täuschend echt wirkenden Internetseite, auf die das potenzielle Opfer geleitet wird. Die Zeiten, in denen sich Betrüger mit absichtlichen Fehlern allzu kluge Leute vom Hals gehalten haben, sind vorbei. Das Logo, das Design, die Ansprache – alles wirkt sehr vertraut und korrekt. Ist aber nur Fassade für gezielten Betrug.

Manchmal werden bei dieser Masche ‚nur’ Informationen abgegriffen wie Konto- oder Kreditkartennummern oder sogar Login-Daten. Schlimm genug. Manchmal ist der scheinbar harmlose Button aber auch mit Schadsoftware verknüpft. In drastischen Fällen erscheint dann auf dem Bildschirm der trockene Hinweis, dass der Zugang zum eigenen Computer oder Handy mithilfe einer Überweisung an folgendes Konto wieder hergestellt werden kann. Bis dahin – Stichwort „ransomware“ – bleibt das Gerät blind und taub. Und daran kann auch der erfahrenste PC-Doktor nichts ändern.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Betriebssysteme von Apple weit weniger anfällig sind für diese Art der Attacke als Windows oder Android.

Als Faustregel gilt: Seriöse Firmen oder Institute werden Kund:innen niemals über Messenger auffordern, persönliche Daten zu überprüfen oder zu aktualisieren. Beim geringsten Zweifel an der Echtheit einer solchen Aufforderung muss der Absender, sprich die Telefon-Nummer, E-Mail-Adresse oder URL, über einen zuverlässigen Kommunikationsweg überprüft und verifiziert werden.

4. Angst vor Kompromittierung

„Hey, das bist ja du! Ganz schön gewagt!“ Das Smartphone ist heute überall, und damit auch die Kamera. Der Schnappschuss – nie war er so einfach wie heute. Da kann eine solche Nachricht schon Neugier wecken. Vielleicht sogar Ängste.

Ein unüberlegter Klick auf den Button unter der Nachricht, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Konkret: Die Angreifer erspähen die Zugangsdaten zu Youtube, Facebook oder Instagram, wo die heiße Ware angeblich wartet, und übernimmt den Account. Oder übernimmt per Schadsoftware gleich die Kontrolle über das ganze Handy.
Aber vielleicht hat man ja auch irgendwo im Internet einen netten Menschen kennengelernt. Und kommt sich seither über Whatsapp & Co. näher. Flirtet. Tauscht Fotos aus. Attraktive Fotos. Freizügige Fotos. Bis diese nette Bekanntschaft unversehens in unverhohlene Erpressung mündet: Stichwort Sextortion.

So segensreich Messenger-Dienste sind: Es besteht immer die Gefahr, dass sich unter die tatsächlichen Bekannten auch falsche Freunde mischen – oder schlichtweg Betrüger, gut getarnt. Deshalb sollte unbedingt Gewissheit darüber bestehen, wie diese Online-Verbindung zustande gekommen ist. Und wer der andere wirklich ist.

Sollte man jemandem über gängige Messenger überhaupt sensible Informationen anvertrauen? Die Antwort ist einfach: Auf keinen Fall.

Gesunder Menschenverstand allein reicht nicht

Für uns bei ownChat ist Cyberkriminalität ein wichtiges Thema. Wir beobachten besonders genau die Tricks und Maschen, bei denen Betrüger Messenger-Dienste verwenden. Und stellen fest, dass unsere Kund:innen gegen solche Gefahren weitestgehend gefeit sind.

Die Gefahren der Cyberkriminalität lassen sich durch Vorsicht, Sorgfalt und gesunden Menschenverstand minimieren. Dass das aber nicht ausreicht, zeigt die stetig steigende Zahl der Fälle.

Unser Messenger ist anders – und das ist gut so. Ziel bei ownChat ist nicht Quantität, sondern Qualität. Uns kommt es nicht darauf an, möglichst viele Menschen zu vernetzen – und mit den dabei gesammelten Daten Geld zu verdienen. Uns ist vielmehr wichtig, Menschen über die persönliche Begegnung hinaus auch virtuell einen geschützten Raum zu bieten. Für die Kommunikation unter vier Augen oder auch in definierten Gruppen. Ohne Werbung, ohne Data-Mining. Auf deutschen Servern und datenschutzkonform. Das ist sehr nützlich. Und, so meinen unsere Kund:innen, einen fairen Preis wert.

Dass ownChat-Nutzer:innen dabei keine Angst vor Trickbetrügereien haben müssen, ist die das Tüpfelchen auf dem i.