Das Handy ist weg – und jetzt?

Smartphone verloren oder geklaut: Die wichtigsten Tipps was im Ernstfall zu tun ist

Jeder Handybenutzer kennt das Risiko und rund einem Viertel aller Smartphone-Besitzer ist es tatsächlich schon passiert: Das Handy ist weg. Das treibt den Puls unwillkürlich in die Höhe. Denn das kleine Ding ist längst nicht mehr nur ein technisches Gerät, mit dem wir von unterwegs telefonieren können.

Der Verlust des privaten Fotoarchivs oder Adressbuchs ist da noch verhältnismäßig harmlos. Mit etwas Glück (oder in weiser Voraussicht) sind die Daten auf einer Cloud gespiegelt oder durch regelmäßige Back-ups gesichert. Aber angenehm ist das Gefühl nicht, dass persönliche Daten in fremde Hände gelangt sind.
Kritischer ist da schon die Telefonfunktion – Diebe mit krimineller Energie können hier in kurzer Zeit hohe Kosten verursachen. Gänzlich kritisch wird es aber bei Zugangsdaten zu Accounts, Diensten und Portalen. Hier ist schnelles Handeln angesagt.

Vorbeugung ist die beste Medizin
Als wichtigste Regel kann auch hier gelten: Vorbeugung ist die beste Medizin. Es mag zwar lästig sein, das Smartphone vor jedem Gebrauch erst einmal entsperren zu müssen. Aber wer die automatische Sperre deaktiviert, fordert das Schicksal geradezu heraus und handelt sich bei Verlust des Handys jede Menge Stress ein.
Ein willkürlicher 4-stelliger Pin-Code ist schon eine recht gute Barriere gegen fremden Zugriff – leicht zu merkende Pins wie 1234 oder auch ein Z als Wischcode sind es nicht. Weit besseren Schutz liefern da der Fingerabdruck oder die Iriserkennung.

Ob iPhone oder Android: Alle Smartphones bieten eine Ortungsfunktion, verbunden mit der Möglichkeit, ein verlorenes Handy zu sperren. Die sollte auf jeden Fall aktiviert sein. Und es ist keine schlechte Idee, deren Funktionsweise und Optionen in einer ruhigen Minute durchzuspielen. So lassen sich im Fall der Fälle auch sensible Daten auf dem Handy löschen (und gegebenenfalls später wieder herstellen).
Aber das geht natürlich nur, wenn das Smartphone eingeschaltet und online ist. Dazu muss die SIM-Karte noch erreichbar sein – und das ist bei einem tatsächlichen Diebstahl sehr unwahrscheinlich.
Bei der Gelegenheit kann man mit dem Telefoncode *#06# auch gleich die sogenannte IMEI-Nummer des Handys abrufen, um sie an sicherer Stelle aufzubewahren. Diese Nummer ermöglicht die eindeutige Identifikation des Geräts und wird zum Beispiel bei einer Diebstahlanzeige oder für eine Versicherung benötigt. Wenn man dann auch gleich die Nummer der SIM-Karte und Vertragsnummer dazu notiert, ist das im Fall der Fälle eine große Erleichterung.

Im Fall der Fälle …
… lohnt es sich, das verlorene Handy kurz anzurufen. Nur um sicherzustellen, dass es sich nicht irgendwo in der Nähe versteckt hat. Wenn der vertraute Klingelton ausbleibt, kommt die Ortung zum Zuge. Wenn sich dann herausstellt, dass das Handy nicht in der Kita oder im Lieblingscafé liegt, dann ist es Zeit, die Sperrung und womöglich Löschung zu aktivieren. Die weitere Suche gehört übrigens in die Hände der Polizei.

Vor der Verlustanzeige gilt es, die SIM-Karte sperren zu lassen und alle wichtigen Passwörter umgehend zu ändern. Informationen zur Sperrung der SIM-Karte stehen in der Regel auf jeder Rechnung des Providers. Davon unabhängig ist die Sperrung auch über den bundesweiten Notruf 116 116 möglich.
Zu den Passwörtern, die umgehend geändert werden sollten, zählen vorrangig die Zugänge zu Apple-, Google- und E-Mail-Accounts, Shopping-Portalen und natürlich zum Online-Banking. Und nicht zu vergessen die Zugänge zu Social-Media-Profilen.

Besonders relevant im Social Media-Bereich sind Dienste, die nicht nur für den privaten Austausch, sondern auch für berufliche Zwecke genutzt werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn personenbezogenen Informationen übermittelt wurden.

Wenn ein Facebook- oder Instagram-Account gehighjackt wird, ist das unangenehm genug. Wenn allerdings über einen Messenger personenbezogene Daten ausgetauscht wurden, dann ist das juristisch relevant. Deshalb gibt es Dienste wie ownChat, die einen hohen Datenschutz bieten und den Komfort eines Messengers mit größtmöglicher Datensicherheit auch beim Verlust verbinden. So verhindert eine Remote-Delete-Funktion, dass unerlaubt auf die Daten zugegriffen werden kann.

(Foto: Olly Browning/pixabay.com)